Kompetenzzentrum für Holzbau in Suhl geplant

Neue Impulse für den Holzbau in Thüringen

Thüringen stärkt seine Kompetenzen im Bereich nachhaltiges Bauen und bündelt Forschung und Praxis im neuen „Kompetenzzentrum Holzbau und nachwachsende Rohstoffe“ (KHoR). In Suhl-Nord entsteht dazu ein Standort, an dem künftig Holzbauinnovationen entwickelt, erprobt und in die Anwendung überführt werden sollen. Das Vorhaben wird vom Institut für Angewandte Bauforschung Weimar (IAB) gemeinsam mit dem Bündnis „Holz-21-regio“ umgesetzt und von den Thüringer Ministerien für Infrastruktur sowie Umwelt und Forsten begleitet. Für den Aufbau des Kompetenzzentrums stellt das Land in den Jahren 2026 und 2027 insgesamt rund 10 Millionen Euro bereit. Bereits jetzt wurde ein förderunschädlicher Vorhabenbeginn ermöglicht, erste Mittel in Höhe von 1,14 Millionen Euro sollen kurzfristig bewilligt werden.

Ziele des KHoR: Holzbau stärken und Innovationen beschleunigen

„Thüringen soll eines der führenden Holzbauländer werden“, sagte Infrastrukturminister Steffen Schütz bei der Vorstellung des Projekts im Rahmen der Regierungsmedienkonferenz. Das neue Kompetenzzentrum soll den Holzbau im Freistaat koordinieren und gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft neue Anwendungen für den nachwachsenden Rohstoff Holz entwickeln. Im Fokus stehen insbesondere klimafreundliche Bauweisen, regionale Wertschöpfungsketten sowie die stärkere Nutzung heimischer Rohstoffe. Dabei sollen auch innovative Einsatzmöglichkeiten von Laubholz weiterentwickelt werden.

Holz als Schlüssel für nachhaltige Baukultur

Der Ansatz des Kompetenzzentrums basiert auf der Strategie des Thüringer Bündnisses „Holz-21-regio“. Ziel ist es, Holz aus regionaler Forstwirtschaft verstärkt als klimawirksamen Baustoff zu nutzen und damit nachhaltige Bau- und Nutzungskonzepte zu etablieren. „Mit dem Kompetenzzentrum verbinden wir den international sichtbaren Bauforschungsstandort Weimar mit den Potenzialen und Traditionen der Region Suhl und des Thüringer Waldes“, erklärte IAB-Direktor Robert Vetter. Forschungsergebnisse sollen dabei gezielt in die industrielle und praktische Anwendung überführt werden.

Strukturentwicklung in Suhl-Nord

Der Standort Suhl-Nord entwickelt sich derzeit von einem ehemaligen Wohngebiet zu einem Gewerbestandort mit Schwerpunkt Holz. Das IAB wird dort ein rund 0,5 Hektar großes Grundstück erwerben und eine Forschungs- und Versuchshalle in Holzbauweise errichten. Bis zur Fertigstellung der baulichen Infrastruktur wird das Kompetenzzentrum zunächst am Standort Weimar aufgebaut. Die Arbeit beginnt jedoch bereits frühzeitig und soll durch Workshops, Netzwerkaktivitäten, Modellprojekte und Forschungsvorhaben sichtbar werden.

Beitrag zur Klimaanpassung und Waldentwicklung

Auch aus Sicht der Forst- und Umweltpolitik ist das Projekt von Bedeutung. Thüringens Umweltminister Tilo Kummer verwies auf den notwendigen Waldumbau infolge von Dürre, Sturm- und Schädlingsschäden. In den kommenden Jahren sollen über 100.000 Hektar Wald zu klimaresilienten Mischwäldern entwickelt werden. „Es gilt, neue Verwendungs- und Einsatzmöglichkeiten, vor allem von Laubholz, zu entwickeln“, so Kummer. Das Kompetenzzentrum könne dazu beitragen, neue Märkte zu erschließen und gleichzeitig die nachhaltige Rohstoffbasis für das Bauen der Zukunft zu sichern.

Bild: © Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur

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