Rohrleitungen verbinden, vernetzen und versorgen. Sie bilden einen wesentlichen Teil der Infrastruktur. Aber wie machen wir sie fit für die vielfältigen Herausforderungen, die da lauten: demografischer Wandel, variable witterungsbedingte Verhältnisse und zunehmende Digitalisierung in den Arbeitsabläufen. Unter dem Motto „Rohrleitungen – innovative Bau- und Sanierungstechniken“ fand am 08. und 09. Februar 2018 das 32. Oldenburger Rohrleitungsforum statt. Mehr als 3.000 Besucher, 400 Aussteller sowie 145 Referenten und Moderatoren aus dem In- und Ausland – darunter Vertreter der IAB Weimar gGmbH –  nahmen an der renommierten Branchenveranstaltung teil.

Bild Ausstellungsflächen 32. Oldenburger Rohrleitungsforum

Neue Produkte und Verfahren wurden auf ca. 4.000 m2 Ausstellungsfläche präsentiert | Foto: iro/michaelstephan.eu

32. Oldenburger Rohrleitungsforum

Rohrleitungen unterliegen dem technischen Verschleiß und der Alterung. Erneuerung, Renovierung oder Reparatur? Welcher Weg ist der richtige? Antworten auf diese und weitere Fragen wurden im Rahmen des 32. Oldenburger Rohrleitungsforums am 08. und 09. Februar 2018 intensiv diskutiert. Fünf thematische Handlungsstränge mit insgesamt 30 Vorträgen boten dabei eine große inhaltliche Vielfalt.

Bild Prof. Thomas Wegener

Prof. Thomas Wegener eröffnete das 32. Oldenburger Rohrleitungsforum | Foto: iro/michaelstephan.eu

Gastvortrag IAB Weimar

„Gerade im Bereich der anwendungsorientierten Forschung setzt das Oldenburger Rohrleitungsforum seit Jahren Akzente“, so Prof. Thomas Wegener, Vorstandsmitglied des Instituts für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e. V., in seiner Eröffnungsrede.

Akzente setzte auch Dr. Wolfgang Berger (IAB). Einerseits mit seiner Moderation des Vortragsblockes „Qualität in der Sanierung von Kanälen“ und anderseits mit seinem Vortrag über „Selbstreinigende Entwässerungsrinnen aus Stahlbeton“. Hier stellte er das IAB-Forschungsvorhaben kurz vor und ging ausführlich auf die Vorteile strukturierter Betonrinnen und die Herausforderungen in der praktischen Umsetzung ein. Aktuell untersucht die IAB Weimar gGmbH in einem weiterführenden Projekt, ob die gewonnenen Erkenntnisse auf Kunststoffrinnen übertragbar sind.

Handlungsbedarf in den Kommunen

In vielen Kommunen sind die Leitungen in die Jahre gekommen. Es besteht Handlungsbedarf, was einschlägige Untersuchungen bestätigen. Rund ein Fünftel aller Kanalhaltungen weisen Schäden auf. Auch das Verhältnis von Neubau und Sanierung hat sich in den letzten Jahren stetig geändert. Der Anteil der Reparaturverfahren stieg zwischen 2001 und 2013 von 30,0 % auf 55,3 %, wohingegen der Anteil der Renovierungsverfahren nur leicht von 17,0 % auf 18,4 % anstieg (DWA-Umfrage, 2016).

Die Sanierung von Rohrleitungssystemen sei ökonomisch notwendig und müsse dabei technisch vielfältig und qualitativ hochwertig ausfallen, davon ist auch Dr.-Ing. Berger überzeugt, „denn die unterirdischen Leitungssysteme für den Transport von Energie und Wasser sowie zur Abwasserbeseitigung bilden einen wesentlichen Teil unserer Infrastruktur.“

Bild „Ollnburger Gröönkohlabend“ in der Weser-Ems-Halle

Der „Ollnburger Gröönkohlabend“ in der Weser-Ems-Halle | Foto: iro/michaelstephan.eu

Den feierlichen Abschluss des 32. Oldenburger Rohrleitungsforums bildete der traditionelle „Ollnburger Gröönkohlabend“ in der Weser-Ems-Halle.

16.02.2018