Rüttel- oder Schwingtische besitzen vielfältige Einsatzmöglichkeiten und sind in verschiedensten Industriezweigen und Branchen zur Umsetzung von Prozessaufgaben wie Verdichten, Befüllen, Separieren, Lösen, Entleeren, Sortieren oder Fördern notwendig. Die Arbeitsweise eines Schwingtisches ist dadurch gekennzeichnet, dass Unwuchterreger die Schwingtischplatte in Vibration versetzen. Durch die Frequenzänderung der Unwuchterreger können Erregerkraft und Wegamplitude modifiziert und mit der Dreh- die Wirkrichtung bestimmt werden.

Bild Funktionsmuster Tischplatte (Hybridtisch)

Funktionsmuster Tischplatte (Hybridtisch)

Die Schwingtischplatte wird hauptsächlich aus Stahlprofilen gefertigt, die miteinander verschweißt sind. Bedingt durch diese Bauweise besitzt die Tischplatte eine hohe Masse und ist, vor allem an den Schweißnähten, bei Einwirkung dynamischer Kräfte sehr rissempfindlich. Risse an den Schweißnähten führen nach kurzer Zeit zur Zerstörung. Die Schwingtischplatte muss dann aufwändig repariert oder sogar ausgetauscht werden.

Die Herausforderung war eine konstruktive Neugestaltung der Schwingtischplatte unter Verwendung von faserverstärkten Werkstoffen in der Kombination mit Stahl in hybrider Bauweise. Diese neuartige Konstruktion sollte zum einen den auftretenden dynamischen Belastungen gewachsen sein und zum anderen eine deutliche Massereduzierung gegenüber herkömmlichen Stahlkonstruktionen bringen. Geringere Erregerkräfte zum Erreichen gleicher dynamischer Kennwerte waren das Ziel.

Der neue konstruktive Aufbau der Schwingtischplatte wird durch eine Sandwichbauweise gekennzeichnet. Die in glasfaserverstärktem Kunststoff einlaminierten Stahlstrukturen bedecken einen PUR-Schaumkern und ermöglichen somit eine steife aber leichte Bauweise. Im Vergleich zu einer Schwingtischplatte aus Stahl wird eine erhebliche Massereduzierung in der Größenordnung von 50 % erreicht.

Ein Versuchs- beziehungsweise Funktionsmuster, gebaut von der Firma Haase GFK-Technik GmbH, wurde durch Dauerversuche, mit verschiedenen zu beschleunigenden Massen, hinsichtlich Festigkeit und dynamischer Kennwerte erprobt.


Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Jens Biehl
+49 (0) 3643 8684-126
+49 (0) 3643 8684-113
j.biehl@iab-weimar.de

Projektpartner

► Haase GFK-Technik GmbH