Verbesserter Artenschutz dank intelligentem Bildverarbeitungssensor

Entwicklung und Test einer selektiven Lebendfalle für Wildtiere (Bsp: Großkatzen) für den autonomen Betrieb in abgelegenen Gebieten. Die zu fangende Tiergattung wird mittels automatisierter Bildverarbeitung erkannt.

Im August 2017 testete das IAB zusammen mit dem Leibniz-Institut IZW und weiteren Projektpartnern eine neu entwickelte Lebendfalle für Wildtiere im Tierpark Berlin. Bei der Kastenfalle werden die Tiere durch ein Kamerasystem identifiziert und lebendig gefangen – der Artenschutz dadurch verbessert.

Wildkamera mit Aussenansicht der Falle 

Für die Tests in Berlin lagen die Schwerpunkte auf der Verkürzung von Erkennungs- (Bildverarbeitung) und Auslösezeit (Elektronik). Die tatsächliche Fangfunktion durch zwei Falltore kam aufgrund des Tierschutzes nicht zum Einsatz. Es galt der Videobeweis. Eine im Bildmaterial sichtbare LED-Leuchte zeigte an, ob beim Durchgang des Tieres die Falltore punktgenau ausgelöst würden. Die korrekte Funktion der Falltore mit dem neu entwickelten Auslösemechanismus wurde vorab gesondert getestet.

LKW des Leibniz-Instituts Berlin

Für den Feldversuch durchliefen zwei Geparden der Gattung Acinonyx jubatus (Schreber) die Falle in mehreren Durchläufen. Das Geschehen wurde von einem Expeditionsfahrzeug aus sicherer Entfernung überwacht. Die Testreihen unter Tageslicht-, Dämmerungs- und Nachtsichtverhältnissen können als erfolgreich gewertet werden.

Markierungsbild aus der Bildverarbeitung

Die Kastenfalle wurde im Rahmen des Projekts „Selektive Lebendfalle für Wildtiere“ vom IAB und den beteiligten Projektpartnern des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), der GRAMM Fertigungstechnik GmbH und der -4H- JENA engineering GmbH entwickelt.

Rohbild aus der IR-Kamera 

Zur ausführlichen Projektseite "Selektive Lebendfalle für Wildtiere" gelangen Sie hier.

Ein besonderer Dank gilt dem Tierpark Berlin für die Realisierung dieser Tests.